Regierung hat beim Grundwasser erhebliche Wissenslücken

Regierung hat beim Grundwasser erhebliche Wissenslücken

Berlin, 19. Oktober 2026. (Drucksache BT-Drs. 21/7646) erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete Michael Blos:

„Die Bundesregierung behauptet, mit den Portalen GRUVO und NIWIS läge ihr nun ein bundesweiter Überblick zur Situation der Grundwasserstände vor. Schaut man sich die Antwort auf unsere Kleine Anfrage genauer an, ergibt sich allerdings ein anderes Bild.

Das erst im Juli gestartete Niedrigwasserinformationssystem NIWIS arbeitet mit einer vergleichsweise kleinen Auswahl von Grundwassermessstellen: 350 für Oberflächengewässer und nur 200 für das Grundwasser! Einige der NIWIS-Messstellen liefern sogar keine Daten! Doch für die Wasserrahmenrichtlinie werden bundesweit über 13.000 Messstellen geführt. Von einer flächendeckenden Erfassung durch NIWIS kann also keine Rede sein.

Hinzu kommt, dass die Messstellen von NIWIS in der Regel nur das oberste Grundwasserstockwerk erfassen. Trinkwasser wird regional aber auch aus tieferen Grundwasserleitern gewonnen. Wer aus den Messwerten oberflächennaher Messstellen auf die gesamte Grundwassersituation schließt, greift deshalb zu kurz.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die Bundesregierung erst 2027 ein Konzept zur bundesweiten Echtzeitüberwachung der Grundwasserentnahmen erarbeiten will.

Unsere Anfrage zeigt, wie groß der Klärungsbedarf tatsächlich noch ist. Bevor die Bundesregierung über Wasserknappheit und mögliche Nutzungseinschränkungen diskutiert, sollte sie zunächst dafür sorgen, dass die vorhandenen Daten vollständig erfasst und vernünftig ausgewertet werden.“

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