Bundesregierung sollte Sperrminorität bei der Commerzbank erwerben

Bundesregierung sollte Sperrminorität bei der Commerzbank erwerben

Berlin, 29. Juli 2026. Jens Weidmann, Aufsichtsratschef der Commerzbank und früherer Präsident der Deutschen Bundesbank, fordert die italienische Großbank UniCredit inzwischen zu Gesprächen mit dem Management der Commerzbank auf, da – nachdem die Unicredit fast 50 Prozent an der Commerzbank halte – an einer Machtübernahme durch die Mailänder Großbank nichts mehr vorbeiführe und die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung klar seien. Kay Gottschalk, finanzpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, erklärt dazu:

„Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) seit zwei Jahren verkündet hat, eine feindliche Übernahme der Commerzbank sei ,inakzeptabel‘, haben er und sein Vize-Kanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nichts getan – kein Machtwort, keine Abwehrstrategie z.B. mit Hilfe der KfW, keine Erklärung der Commerzbank zur sicherheitsrelevanten kritischen Infrastruktur, wie von mir gefordert –, um der Commerzbank effektiv zu helfen.

Stattdessen wurde ruchbar, dass der vormalige Commerzbank-Chef Knof heimlich vorab Gespräche mit Unicredit-Chef Orcel geführt hat, dass der damalige Bundesfinanzmister Christian Lindner (FDP) möglicherweise bei einem seiner vielen neuen Arbeitgeber, Teneo, Unicredit berät, wie sie am besten die Commerzbank übernehmen, die italienische Regierung via Golden Power Rule in die Geschäftspolitik der Unicredit und damit dann der Commerzbank hineinregieren kann, und dass Unicredit mit angelsächsischen Partnerbanken möglicherweise marktmanipulative Derivategeschäfte bezüglich der Commerzbank durchführte. Das Ganze schreit nach einem Untersuchungsausschuss.

Auch wenn es besser als nichts wäre, wenn die Bundesregierung in Gesprächen der Unicredit zunächst größere Konzessionen abringen könnte, sollte die Bundesregierung ihre verbliebenen Commerzbank-Anteile von 12,5 Prozent nicht für laue Versprechen kleinlaut abgeben, sondern stattdessen nun endlich die Commerzbank zur sicherheitsrelevanten kritischen Infrastruktur erklären und via KfW ihren Anteil an der Commerzbank auf die Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Stimme erhöhen und sich ggf. selbst eine Golden Power Rule gewähren, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken.“

Rainer Groß, Mitglied des Finanzausschusses und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union, teilt ergänzend dazu mit:

„Mit der Übernahme entstünde eine neue Too-big-to-fail-Bank und damit ein neues systemisches Risiko. Die Unicredit ist abhängig von italienischen Staatsanleihen und diese sind ohne Stützung Deutschlands über die Eurorettungsvehikel nicht tragfähig. Die italienische Einlagensicherungen ist ebenfalls wackelig, daher fordert Italien ja seit Jahren die europäische Vergemeinschaftung der nationalen Einlagensicherungssysteme.

Die Übernahme der Commerzbank eröffnet ggf. die Möglichkeit, italienische Einlagen ins deutsche Einlagensicherungssystem zu verschieben. Minimalforderung der Bundesregierung sollte es daher sein: Die Zerschlagung der Commerzbank und der Missbrauch der deutschen Einlagensicherungssysteme muss ausgeschlossen sein und bleiben. Die Zentrale bleibt in Frankfurt und die dortigen Arbeitsplätze bleiben weitestgehend erhalten.“

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