Antrag

Informationsbroschüren zur sogenannten Corona-Schutzimpfung für Kinder zurückziehen

Berlin, 17. März 2022. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veröffentlicht auf der Internetseite der Initiative „Zusammen gegen Corona“ die Informationsbroschüren zur Kinderimpfung „Wie wir uns durch‘s Impfen schützen können!“ und „Hallo, deine Impfung schützt dich vor dem Coronavirus. Impfwissen für Kinder.“ Diese Broschüren verbreiten nicht nur fragwürdige Informationen, wie z. B., dass es angeblich keine ernsten Impfnebenwirkungen bislang gegeben hätte. Sie werben in tendenziöser Weise für die Kinderimpfung durch die neuartigen mRNAImpfstoffe mit bedingter Zulassung. Dabei bleibt in den Broschüren unerwähnt, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) für 5 – 11Jährige ohne Vorerkrankungen derzeit keine generelle Impfempfehlung ausspricht. Im Gegenteil stellt die STIKO fest, dass Covid-19 ist in der Regel bei Kindern und Jugendlichen keine schwere Erkrankung sei. „Die Mehrzahl der SARS-CoV-2-Infektionen verläuft asymptomatisch oder mit milden Symptomen; Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen ohne Vorerkrankungen sind eine absolute Seltenheit.“ Unter den gesunden 5 bis 11Jährigen ist während der gesamten Pandemie noch kein einziger Todesfall durch Covid-19 aufgetreten6. Das wiederholt geäußerte Argument, die Impfung gegen Covid-19 schütze Kinder vor Long COVID, überzeugt nicht: Ob Long-COVID bei Kindern überhaupt eine Rolle spielt, ist medizinisch umstritten. Neueste Untersuchungen zeigen zudem, dass die sogenannte Corona-Schutzimpfung bei einer SARS-CoV-2-Durchbruchinfektion vermutlich nicht gegen Long-COVID schützt . Auch wird in der Diskussion um die Covid-19-Impfung von Kindern immer wieder auf das sogenannte Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrom (PIMS) verwiesen. Dieses Syndrom beschreibt eine überschießende Immunreaktion, die Schäden an den inneren Organen verursacht.

Nach den Ergebnissen einer britischen Studie tritt PIMS bei eins von 5.000 an Covid-19 erkrankten Kindern auf, in Deutschland vor allem bei einer Infektion mit der Alphavariante des SARS-CoV-2 während der ersten beiden Wellen, wobei kein Fall dieses extrem seltenen Syndroms letal verlief. Auch eine Impfung kann diese schwere Autoimmunreaktion auslösen. So berichtet das Paul-Ehrlich-Institut in seinem Sicherheitsbericht von mehreren PIMS-Fällen nach einer Impfung mit den neuartigen mRNA-Impfstoffen. Nach anfänglicher Zurückhaltung empfahl die STIKO am 16.08.2021 die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, um am 18.11.2021 die Empfehlung für Spikevax von Moderna für Personen unter 30 Jahre wegen des deutlich erhöhten Risikos für Myo- und Perikarditiden zurückzunehmen. Seit dem 9.12.2021 empfiehlt die STIKO eine Kinderimpfung mit Comirnaty (BioNTech/Pfizer) bei 5 bis 11Jährigen mit Vorerkrankungen sowie mit engem Kontakt zu Personen, die ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19 Verlauf besitzen. Zwar können gesunde Kinder zwischen 5 bis 11 Jahren den mRNA-Impfstoff auf individuellen Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung erhalten. Letztere Empfehlung basiert vor allem aufgrund der erweiterten bedingten Marktzulassung von Comirnaty durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in der EU. Besonderen Anstoß bei den Antragstellern erweckt die Broschüre „Wie wir uns durch´s Impfen schützen können“. In infantiler, der Sache unangemessener Sprache will dieser Beitrag aus dem BMG Kinder und Eltern zur sogenannten Corona-Schutzimpfung motivieren. Die Broschüre thematisiert ein Geschwisterpaar im Kleinkind- bzw. Grundschulalter, das von einer Kinderärztin gegen Covid-19 geimpft wird: „Jetzt können auch wir jüngeren Kinder gegen Corona geimpft werden, wenn wir mindestens fünf Jahre alt sind.“

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