Antrag

Zinsen beim Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau deckeln – Kostenfalle stoppen

Berlin, 28. November 2023. Grundsätzlich ist ein Antrag auf Festzins bei KfW-Bestandsdarlehen erst vor Beginn der Tilgungsphase möglich. Während des kreditfinanzierten Studiums, also der Auszahlungsphase, bleibt der Zinssatz variabel.

Die gültigen Zinsen werden erst kurzfristig bekannt gegeben. Allerdings haben Jahre der Niedrigzinspolitik mit zum Teil sogar negativen Zinssätzen die Vorstellung genährt, dass die Zinsen auch dauerhaft niedrig bleiben würden. Dazu hat zusätzlich der Umstand beigetragen, dass das BMBF die laufenden Zinszahlungen zwischen 8. Mai 2020 und 30. September 2022 im Zuge der Corona-Hilfen vollständig übernommen hat.9 Daher trifft der drastische Zinssprung beim KfW-Studienkredit von 3,76 Prozent im Oktober 2021 auf 7,82 Prozent im April 2023 Studenten, die diesen Kredit beziehen, hart. Für zahlreiche Kreditnehmer entpuppt er sich gar als Kostenfalle, weil Zins- und Tilgungszahlungen deutlich höher liegen als beim Vertragsabschluss – welcher oftmals online und ohne vorige Beratung stattfand und stattfindet – kalkuliert. Inzwischen warnen daher auch Studierendenwerke ausdrücklich vor KfWKrediten und dem damit einhergehenden Verschuldungsrisiko.10 Dabei sollte gerade der KfW-Studienkredit als Angebot einer staatlichen Förderbank einen möglichst niedrigen Zinssatz aufweisen, um das Vertrauen junger Menschen in Bildung und Zukunft zu fördern. Junge Menschen dürfen nicht durch finanzielle Hürden daran gehindert werden, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, wie es leider aktuell mit Blick auf den KfW-Studienkredit der Fall ist. Daher muss die Abschaffung einer garantierten Zinsobergrenze bei Neuverträgen zum 1. April 2017 rückblickend als Fehler angesehen werden, den es zu korrigieren gilt.

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