Pressemitteilung

Friedhoff: Schuldenerlasse für afrikanische Staaten während der Corona-Pandemie lösen nicht das strukturelle Problem

Berlin, 8. Oktober 2020. Zu dem derzeit in verschiedenen Presseberichten immer wieder ins Spiel gebrachte Schuldenerlass sowie die Stundung beziehungsweise die Aussetzung der Tilgung von Schulden afrikanischer Staaten erklärt der Obmann der AfD-Bundestagsfraktion im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dietmar Friedhoff:

„Die tiefen strukturellen Probleme der afrikanischen Volkswirtschaften können weder mit Entwicklungshilfe noch mit Schuldenerlassen gelöst werden. Ganz im Gegenteil. Gerade den Ländern geht es heute am schlechtesten, denen am stärksten in den letzten 60 Jahren geholfen wurde. Afrikas Armut erweist sich deshalb als hartnäckig, weil die in Afrika dringend benötigten Arbeitsplätze nicht durch Entwicklungshilfe entstehen.

Die afrikanischen Staaten müssen aus sich heraus ein funktionierendes Finanzsystem aufbauen, um ihre Lage grundsätzlich zu verbessern. Schuldenerlasse sind nutzlos, wenn sie nicht mit langfristigen Reformen einhergehen: Gute Regierungsführung, Korruptionsbekämpfung, Transparenz und einer Verbesserung der allgemeinen politischen Rahmenbedingungen.

Seit der Unabhängig vieler afrikanischer Staaten in den 1960ziger Jahren ist Afrika beim Zugang zu Kapital benachteiligt. Das Geld für Kredite kam und kommt immer von außen.

Den ausländischen Kreditgebern geht es nicht um die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort, sondern immer nur um einen möglichst günstigen Zugang zu afrikanischen Rohstoffen. Einhergehend mit den uns hinlänglich bekannten Folgen.

Durch den Aufbau eines eigenen Finanzsystems, gerade mit deutscher Hilfe, könnten die afrikanischen Staaten enorm profitieren. Denn gerade afrikanische Unternehmen und die Bevölkerung würden von einer besseren Kreditversorgung profitieren. Das bestehende ineffiziente Finanzsystem passt nicht zu den jetzigen Bedürfnissen. Deshalb gibt es weniger Arbeitsplätze, weniger Wachstum und weniger Steuereinnahmen.“

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