PFAS-freie Windräder lösen die Probleme der Windkraft nicht

PFAS-freie Windräder lösen die Probleme der Windkraft nicht

Berlin, 8. August 2026. Vor dem Hintergrund aktueller Forschungsergebnisse zur Vermeidung von Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in der Beschichtung der Flügel von Windkraftanlagen sowie der jüngsten Aussagen der Bundesregierung nehmen die Bundestagsabgeordneten Michael Blos und Paul Schmidt zur künftigen Ausrichtung der Umwelt- und Energiepolitik Stellung. Die Abgeordneten erklären gemeinsam:

„Dass die Forschung Fortschritte bei der Vermeidung von Ewigkeitschemikalien wie PFAS erzielt, ist grundsätzlich zu begrüßen. Der Schutz von Mensch und Umwelt vor langlebigen Schadstoffen, die bisher von den Flügeln der Windkraftanlagen freigesetzt werden, muss endlich verwirklicht werden. Der staatlich hochsubventionierte Ausbau der deutschen Windkraft bleibt dennoch aus Sicht der AfD-Bundestagsfraktion auch ohne PFAS ein energie- und umweltpolitischer Irrweg.

Insbesondere der Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten führt zu erheblichen Eingriffen in unsere Natur: Rodungen, die Zerschneidung zusammenhängender Lebensräume, der Bau von Zufahrtswegen sowie große Betonfundamente schädigen empfindliche Ökosysteme dauerhaft. Doch die Umweltschäden machen an den Küsten nicht halt: Wie offizielle Daten der Bundesregierung (Drucksache 19/22590) belegen, gehen allein an den deutschen Ostseestränden acht Prozent des angeschwemmten Mülls auf das Konto von Offshore-Installationen wie Windkraftanlagen. Hinzu kommen der immense Material- und Flächenverbrauch durch die Windkraft, weiterhin ungelöste Probleme beim Recycling abgenutzter Rotorblätter sowie die Wetterabhängigkeit der Stromerzeugung, die mit den damit einhergehend notwendigen Zig-Milliarden-Investitionen in Netzausbau und Speicherlösungen unsere Strompreise immer weiter nach oben treiben und so den Wirtschaftsstandort Deutschland und unsere Arbeitsplätze massiv gefährdet.

Die AfD-Bundestagfraktion hatte das Problem des kontinuierlichen Abriebs PFAS-haltiger Partikel aus den Schutzanstrichen der Rotorblätter und deren Nachweis in den inneren Organen von Wildtieren erst kürzlich im Bundestag angesprochen. Umweltminister Carsten Schneider hatte in der letzten Regierungsbefragung abgewiegelt. Er erklärte, die Bundesregierung verfolge zwar den Grundsatz, PFAS dort zu ersetzen, wo es möglich sei. In Bezug auf die Windkraft räumte er jedoch zugleich ein, dass PFAS in Bereichen, in denen sie bislang nicht ersetzt werden können, schlicht weiter eingesetzt werden müssten.

Deutschland braucht stattdessen eine verlässliche, grundlastfähige und bezahlbare Stromversorgung. Die Rückkehr zur Nutzung moderner Kernenergie ist hierfür der einzig wirtschaftliche und ökologische Weg. Aktuelle Analysen der Radiant Energy Group belegen, dass allein mit der Reaktivierung von neun Reaktorblöcken, darunter Brokdorf, Isar 2, Emsland, Grohnde, Krümmel, Gundremmingen B und C sowie Neckarwestheim II und Philippsburg 2, mit einer Projektdauer von lediglich jeweils 2 ½ bis 5 ½ Jahren eine gesicherte, zuverlässige Grundlastleistung von netto 12 Gigawatt (GW) ans Netz zurückgeholt werden kann. Nur mit einer solchen Energiepolitik lassen sich Industriestandort, Versorgungssicherheit und Natur gleichermaßen schützen.

Selbst der theoretische Ersatz von PFAS in Windkraftanlagen durch alternative Hochleistungskunststoffe ist derzeit weder marktreif noch wirtschaftlich gesichert. Der Einsatz komplexer Laserverfahren befindet sich erst im Entwicklungsstadium; es besteht noch erheblicher Forschungsbedarf zur Klärung der langfristigen Materialeigenschaften, der Anlagenskalierung und der Prozessgeschwindigkeit. Solange nicht bewiesen ist, dass diese teuren Fertigungsmethoden in der industriellen Serienproduktion überhaupt tragfähig sind, bleibt die Vermeidung der PFAS-Freisetzung durch Windkraftanlagen Wunschdenken.“

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