Skandalöse Entgleisung in der Corona-Enquetekommission

Skandalöse Entgleisung in der Corona-Enquetekommission

Berlin, 24. April 2026. Während der Befragung der Sachverständigen bei der gestrigen Sitzung der Corona-Enquetekommission kam es zu einem skandalösen Zwischenfall, als das Kommissionsmitglied Axel Müller (CDU) versuchte, die Glaubwürdigkeit des Sachverständigen Stephan Kohn zu untergraben, indem er die persönliche Missbrauchsgeschichte Kohns in Zusammenhang mit der Motivation seiner Ausführungen in der Corona-Krise brachte. Kohn hatte auf Einladung der AfD-Fraktion zuvor als Sachverständiger auf sehr sachliche und fundierte Weise erklärt, dass kritische Infrastruktur auch durch die Maßnahmen bedroht ist, die ein Staat trifft, um Schäden durch einen Krankheitserreger zu begrenzen. Er betonte, dass die Schadwirkung der Maßnahmen gemessen werden muss, da sonst eine Verhältnismäßigkeit nicht ermittelt werden kann. Im Mai 2020 hatte Kohn als Oberregierungsrat im Referat Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement ein internes Papier verfasst, in dem er Maßnahmen wie Lockdowns und Schulschließungen hinterfragte und auf mögliche negative Folgen gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und gesundheitlicher Art hinwies. Das Innenministerium hatte sich daraufhin öffentlich distanziert und Kohn vom Dienst suspendiert. Der Obmann der AfD-Fraktion im Gesundheitsausschuss, Kay-Uwe Ziegler, sagt dazu:

„Wir mussten heute einen unwürdigen persönlichen Angriff erleben, als der Kollege Müller Herrn Kohn allen Ernstes fragte, ob er bei seiner Arbeit während der Corona-Krise das Gefühl gehabt hätte, dass etwas vertuscht werden solle – genau wie bei der Missbrauchsgeschichte seiner Kindheit. So etwas Schäbiges habe ich noch nie erlebt, und in einem Bundestagsausschuss hätte ich sowas nicht für möglich gehalten. Trotz Intervention über einen Geschäftsordnungsantrag und Eingriff der Sitzungsleitung führte Müller seinen Schlag unter die Gürtellinie aus. Ich erwarte, dass Müller sich bei Stephan Kohn für diese unglaubliche Entgleisung öffentlich entschuldigt und als Mitglied der Enquete zurücktritt. Andernfalls muss die Union ihn aus dem Gremium entfernen.“

Beitrag teilen

Ähnliche Beiträge