Pressemitteilung

Spaniel: Neues Messverfahren kann das Aus für Hybridfahrzeuge bedeuten

Berlin, 4. September 2020. Seit Anfang 2020 müssen neu zugelassene Fahrzeuge mit einem integrierten “On-Board Fuel Consumption Meter” (OBFCM) ausgestattet werden. 

Die nationalen Typgenehmigungsbehörden prüfen für die Fahrzeugfamilien, bei denen sie für die Typgenehmigung zuständig sind, auf der Grundlage von Stichproben, ob die in den Übereinstimmungsbescheinigungen angegebenen CO2-Emissions- und Kraftstoffverbrauchswerte mit den CO2-Emissionen und dem Kraftstoffverbrauch von in Betrieb befindlichen Fahrzeugen übereinstimmen.

Da Plug-In Hybridfahrzeuge häufig von Kunden im Realbetrieb nicht in dem Maße vollelektrisch betrieben werden, wie in den offiziellen Zertifizierungsprüfungen (Verhältnis elektrisch/verbrennungsmotorisch ca. 3:1 oder höher) sind erhebliche Abweichungen bei der Auswertung der Bordcomputer der Kundenfahrzeuge zu erwarten.

Wie aus einer Bewertung des Wissenschaftlichen Dienstes des deutschen Bundestages hervorgeht (WD 5 – 3000 – 076/20), berücksichtigt die Kommission solche Abweichungen und kann bei Überschreitung des durchschnittlichen, herstellerbezogen Flottenemissionswertes die Strafzahlungen entsprechend anheben. Derzeit ist eine Durchführungsverordnung über die Überwachung und Meldung der CO2-Emissionen bestimmter Fahrzeuge in Vorbereitung. Dort geht es allerdings nur noch um die Frage, wie die Übertragung der Werte für Kraftstoff- und/oder Stromverbrauch aus dem Fahrzeug zur Kommission erfolgen soll.

Der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Dirk Spaniel, sagt dazu:

„Durch die unklare Ausgestaltung nachfolgender Gesetze drohen drastische, nachträgliche Strafzahlung falls die realen Verbrauchsdaten von den Normverbräuchen nach WLTP abweichen. Insbesondere Hybridfahrzeuge könnten dabei eklatante Realverbrauchsdifferenzen aufweisen, da diese Modelle im Realbetrieb bei Kunden kaum Distanzen im vollelektrischen Modus zurücklegen. Die Strategie der Premiumhersteller durch Hybridfahrzeuge die Verbräuche der Fahrzeugflotten drastisch zu senken ist durch diese Regelung der EU gescheitert. Umso mehr fordert die AfD-Fraktion ein klares Bekenntnis zum Verbrennungsmotor durch die Anerkennung synthetischer Kraftstoffe.”

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