Färber spart bei Bauern, aber nicht in Brüssel
Färber spart bei Bauern, aber nicht in Brüssel
Berlin, 4. Juni 2026. Zu den aktuell in der Presse geäußerten Forderungen des Agrarausschuss‑Vorsitzenden Hermann Färber (CDU) nach Einsparpotenzialen im Agrarhaushalt erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD‑Bundestagsfraktion, Peter Felser, Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft:
„Herr Färber spricht von Einsparpotenzialen im deutschen Agrarhaushalt und davon, dass das keine Selbstläufer seien. Er bleibt damit in Berlin stehen und übersieht den größten Posten: die Milliarden, die Deutschland jedes Jahr in die EU‑Agrarpolitik einzahlt. Fast 40 Prozent des EU‑Haushalts fließen in die Gemeinsame Agrarpolitik, und bis zu 40 Prozent dieser Gelder landen beim reichsten ein Prozent der Empfänger. Gleichzeitig ermittelt die Europäische Staatsanwaltschaft in Rumänien wegen mutmaßlichen Millionenbetrugs mit EU‑Agrargeldern. In hunderten Projekten sollen mit falschen Angaben insgesamt rund 5,7 Millionen Euro erschlichen worden sein, davon etwa 3,5 Millionen Euro aus GAP‑Töpfen. Während unsere Bauern in Deutschland mit immer neuen Auflagen, Kontrollen und Bürokratie‑Monstern gegängelt werden, versickern im Ausland Millionen aus denselben Töpfen. Deutschland zahlt, andere kassieren. Wer es ernst meint mit Einsparungen im Agrarbereich, muss zuerst die Fehlsteuerungen und Betrugsrisiken im EU‑Agrarsystem angehen, statt bei den deutschen Bauern anzusetzen. Wir brauchen endlich wirksame, europaweit einheitliche Kontrollmechanismen, damit die Sicherheit vor Betrug nicht länger so löchrig ist wie ein Schweizer Käse. Langfristig kann aber nur eine Renationalisierung der Agrarförderung sicherstellen, dass deutsches Steuergeld nach nationalen Regeln vergeben, kontrolliert und notfalls auch zurückgefordert wird, statt in einem schwer durchschaubaren EU‑System zu versickern. Solange Brüssel das nicht sicherstellt, darf aus Berlin kein zusätzlicher Cent mehr in dieses System fließen. Die AfD-Fraktion hat die Missstände bei Bürokratie und Kontrolle in der Landwirtschaft bereits in ihrer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/314) scharf kritisiert.“
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