Verteidigungsministerium zahlte Luxushotelpreise für Containerdorf
Verteidigungsministerium zahlte Luxushotelpreise für Containerdorf
Berlin, 10. Juli 2026. Der Bundesrechnungshof kritisiert in seinem Jahresbericht 2025 das Verteidigungsministerium wegen der Modernisierung von vier Fregatten in Emden. Für die Unterbringung der Besatzungen während der Arbeiten verzichtete das Ministerium sowohl auf eine öffentliche Ausschreibung als auch auf eine sorgfältige Prüfung der Kosten. Dadurch entstanden Mehrkosten von mindestens 20 Millionen Euro. Da die erforderlichen Werftkapazitäten in Wilhelmshaven nicht zur Verfügung standen, wurde die Modernisierung der Fregatten nach Emden verlegt. Das Beschaffungsamt beauftragte den Generalunternehmer direkt mit der Errichtung eines Containerdorfs auf dem Werftgelände. Nach Angaben des Bundesrechnungshofs hätten deutlich günstigere Unterbringungsmöglichkeiten organisiert werden können. Während vergleichbare Unterkünfte rund 55 Euro pro Person und Nacht kosten, vereinbarte das Beschaffungsamt einen Preis von rund 250 Euro. Dennoch mussten Teile der Besatzungen wegen der Verzögerungen mehr als zwei Jahre lang täglich mehrere Stunden zwischen Wilhelmshaven und Emden pendeln. Das Verteidigungsministerium begründete das Vorgehen mit Zeitdruck und organisatorischen Vorteilen. Der Bundesrechnungshof folgt dieser Argumentation jedoch nicht. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Alternativen nicht ausreichend geprüft und wirtschaftlichere Lösungen nicht gewählt wurden. Dazu erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Ladzinski:
„Wenn ein Platz im Containerdorf pro Person fast so viel kostet wie ein Zimmer in einem Fünf-Sterne-Hotel, läuft bei der Verwendung von Steuergeld etwas grundlegend schief. Noch gravierender ist, dass die Soldatinnen und Soldaten trotz dieser Millionenausgaben über mehr als zwei Jahre täglich mehrere Stunden pendeln mussten. Überteuerte Unterkünfte und stundenlanges Pendeln für die Truppe – das ist ein doppeltes Versagen.
Als AfD-Fraktion fordern wir eine vollständige Aufklärung dieser Fehlentscheidung. Öffentliche Ausschreibungen und eine sorgfältige Prüfung der Kosten müssen künftig konsequent durchgeführt werden. Jeder Euro für die Bundeswehr muss der Einsatzbereitschaft unserer Streitkräfte dienen. Vermeidbare Fehlentscheidungen dürfen dabei keinen Platz haben.“
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