85 Jahre nach dem Deportationserlass – Erinnerung, Anerkennung und Verantwortung
85 Jahre nach dem Deportationserlass – Erinnerung, Anerkennung und Verantwortung
Berlin, 28. August 2026. Vor 85 Jahren erließ das stalinistische Regime am 28. August 1941 den Deportationserlass gegen die Wolgadeutschen. Er leitete eine zentrale Phase der massenhaften Deportation der Deutschen aus der Sowjetunion nach Sibirien und Zentralasien ein. Bis Ende 1941 wurden allein rund 900.000 Deutsche deportiert. Die Gesamtzahl der von Deportation, Zwangsumsiedlung und Repression Betroffenen lag jedoch deutlich höher.
Der Beauftragte der AfD-Bundestagsfraktion für Russlanddeutsche, Denis Pauli, erklärt:
„Der 28. August erinnert an eines der schwersten Kapitel in der Geschichte der Deutschen in der Sowjetunion. Menschen wurden aus ihren angestammten Siedlungsgebieten gerissen, entrechtet und zur Zwangsarbeit gezwungen. Familien und gewachsene Gemeinschaften wurden zerstört. Hunderttausende starben während der Deportationen, in Lagern sowie an Hunger, Krankheiten und den Folgen schwerster Zwangsarbeit.
Die Verfolgung endete weder 1941 noch mit Stalins Tod im Jahr 1953. Zwangsumsiedlungen, das Sondersiedlungsregime sowie staatliche Benachteiligungen und Einschränkungen wirkten noch Jahrzehnte fort.
Trotz jahrzehntelanger Unterdrückung bewahrten die Russlanddeutschen ihre deutsche Identität, ihre kulturellen Traditionen und das Bewusstsein für ihre Herkunft über Generationen hinweg. Heute sind sie ein selbstverständlicher Teil Deutschlands. Deutschland ist für sie und ihre Familien Heimat.
Wenn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heute für mehr Zuwanderung wirbt, dürfen deutsche Volkszugehörige aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion nicht übergangen werden. Aufgrund ihrer Geschichte und ihres Verfolgungsschicksals trägt Deutschland ihnen gegenüber eine besondere Verantwortung. Aufnahme und Familienzusammenführung dürfen nicht durch unnötige Hürden erschwert werden.
Diese Verantwortung gilt auch gegenüber denjenigen, die längst hier leben. Insbesondere die Rentenfrage duldet keinen weiteren Aufschub. Viele ältere Russlanddeutsche erhalten infolge der Einschnitte im Fremdrentenrecht Renten, die kaum für ein auskömmliches Leben reichen. Die Betroffenen sind inzwischen hochbetagt. Das fortgesetzte Vertagen und Vertrösten sowie immer wieder gebrochene Wahlversprechen führen dazu, dass immer mehr von ihnen eine gerechte Lösung nicht mehr erleben.
Das ist nicht hinnehmbar. Nach Jahrzehnten der Diskussion darf die Politik nicht länger auf Zeit spielen. Wer ein Leben lang gearbeitet hat und dessen Familie zusätzlich Deportation, Zwangsarbeit und Repression ertragen musste, darf im Alter nicht in finanzielle Not geraten. Es braucht endlich eine politische Entscheidung – solange die Betroffenen selbst diese Gerechtigkeit noch erleben können.
Die AfD-Bundestagsfraktion wird sich auch künftig für die Interessen der Russlanddeutschen, für die Anerkennung ihrer Geschichte und Lebensleistung sowie für den Abbau bestehender Benachteiligungen einsetzen.“
Beitrag teilen


