Pressemitteilung

Hartmann: Die Vision einer deutschen Einheit  

Berlin, 9. November 2018. Zum 29. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer erklärt die in Sachsen aufgewachsene AfD-Bundestagsabgeordnete Verena Hartmann:

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt! Der Ausruf der friedlichen Revolution – ,Wir sind das Volk‘ – wurde selten so unzureichend mit Leben gefüllt wie jetzt, knapp drei Jahrzehnte nach dem Fall der Berliner Mauer.

Natürlich können wir trotzdem froh sein, dass das perfide SED-Regime überwunden wurde, welches für Stasibespitzelung, Mangelwirtschaft und Unterdrückung stand. Heute können die Bürger überall hinreisen – wenn sie es sich leisten können. Bedrückend ist jedoch das Klima einer von Parteien und Medien geschaffenen Meinungsdiktatur, das an DDR-Zeiten erinnert.

Bitter sind für die Ostdeutschen auch die oftmals beschönigten oder gar totgeschwiegenen Schattenseiten der Wiedervereinigung: Im öffentlichen Dienst der neuen Bundesländer sind weiterhin leider nur 30 Prozent der Entscheiderpositionen durch Ostdeutsche besetzt und nur noch 30 Prozent des Landes und der Liegenschaften gehören den Menschen, die im Osten leben. Noch immer warten wir auf eine Angleichung der Gehälter, Renten und Lebensverhältnisse.

Einen Marshallplan gab es nie. Stattdessen rollte bis Mitte der neunziger Jahre die Welle der Betriebsschließungen wie ein Tsunami über Ostdeutschland – eine zweite Demontage wie zu Nachkriegszeiten durch die Sowjetunion. Eine Demontage der Produktionsstätten und Infrastrukturen in unserem Land. Der damit einhergehende ,staatlich geförderte‘ Subventionsbetrug in Millionenhöhe wurde bis heute nicht aufgearbeitet.

Ich hätte mir während dieser schwierigen Phase genauso viel Empathie gewünscht wie für das 2008 geschlossene Nokia-Werk in Bochum. Denn wie soll Zusammenwachsen von Ost und West gelingen, wenn den Ostdeutschen der Boden unter den Füßen weggerissen wird, sie Bittsteller beim Arbeitsamt werden und nicht darüber reden können, ohne als ,Jammer-Ossi‘ denunziert zu werden?

Nach 29 Jahren ist es überfällig, sich ehrlich zu machen, die Meinungsfreiheit endlich zu leben und für eine wirkliche innere Einheit unseres Landes auf Augenhöhe einzutreten.“

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