Pressemitteilung

Nicole Höchst: Desaströse Schulleistungen in der Grundschule führen langfristig zur Verschärfung des Fachkräftemangels

Berlin, 8. Juli 2022. Zur Situation der schulischen Bildung in Deutschland äußert sich die AfD-Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst, bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, wie folgt:

„Mit dem IQB-Bildungstrend 2021 haben wir es schwarz auf weiß, was jeder Lehrer mit Erfahrung seit langem schon weiß: Immer mehr Schüler beherrschen selbst die einfachsten Grundlagen nicht mehr. Die Grundschule ist häufig nicht mehr in der Lage, den Schülern grundlegende Fähigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Ursachen dafür sind unter anderem die zunehmende Heterogenität der Klassen, aber vor allem eine Pseudopädagogik. In den meisten Grundschulen soll Lernen nur noch Spaß machen, regelmäßiges Üben und Wiederholen gilt als überholt. Das rächt sich nun, denn das Versäumte lässt sich kaum noch aufholen.

Trotzdem verfestigt sich der Trend zum Gymnasium immer mehr. Das hat zur Folge, dass es einerseits eine Abiturientenschwemme auf niedrigem Niveau bei gleichzeitig besten Noten gibt, andererseits haben wir einen erheblichen Fachkräftemangel. Viele Abiturienten sind nicht mehr studierfähig; ein Viertel der Studenten brechen ihr Studium ab; 45.000 Schüler erlangen keinen Abschluss; 25 Prozent der Auszubildenden beenden ihre Ausbildung vorzeitig und über 2 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren sind ohne jedweden Berufsabschluss.

Zudem kommt, dass mittlerweile über 60.000 Ausbildungsplätze aufgrund von ‚Passungsproblemen‘ nicht mehr besetzt werden können, unter anderem auch deshalb, weil viele Bewerber nicht mehr ausbildungsreif sind. Es kann aber nicht sein, dass immer mehr Betriebe den Auszubildenden lesen, schreiben und rechnen beibringen müssten, um erfolgreiche Fachkräfte auszubilden.

Hier helfen nur entschiedene Maßnahmen, die zu einem geänderten Bildungsverhalten führen. Zum Beispiel dürfen strengere Zulassungsverfahren für ein Studium oder die Wiedereinführung der verpflichtenden Schullaufbahnempfehlungen am Ende der Klasse 4 kein Tabu mehr sein. Ansonsten droht eine Verstetigung des Niveaulimbos. Es muss endlich zur Kenntnis genommen werden, dass das Schulsystem zwar für alle Schüler die gleichen Chancen ermöglicht, aber nicht alle Schüler die gleichen kognitiven Fähigkeiten besitzen. Eine natürliche Ungleichheit darf nicht durch eine fortwährende Niveauabsenkung kaschiert werden und in einer Schule für alle versteckt werden. Diese wird offensichtlich niemandem mehr gerecht.

Wir fordern deshalb eine grundlegende Erneuerung des deutschen Schulsystems. Das können nur eine schnelle Rückkehr zum leistungsfähigen bereits äußerlich differenzierten Schulsystem mit Förderschule, eine Stärkung des dualen Ausbildungssystems und eine entschiedene Abkehr von der Spaß- und Kuschelpädagogik sein.“

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