Pressemitteilung

Nicole Höchst: Lehrermangel wird für das Bildungssystem zur Existenzfrage

Berlin, 24. Juni 2022. In Leipzig findet der GEW-Gewerkschaftstag statt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist mit ca. 30.000 Mitgliedern in allen 16 Bundesländern vertreten. Die GEW-Vorsitzende Finnern fasste die Probleme des Fachkräftemangels im Bildungsbereich in einer dramatischen Einschätzung zusammen: „In den kommenden fünf bis sechs Jahren fehlen uns 200.000 Beschäftigte in der frühkindlichen Erziehung und 250.000 in den Schulen“. Hierzu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion, Nicole Höchst:

„In vielen Schulen werden die Kinder aus Lehrermangel nach Hause geschickt, der Unterricht fällt massiv aus. Hinzu kommen Corona, Kriegsflüchtlinge, Geldmangel, Sanierungsstau und demnächst noch zusätzliche 400.000 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine. Allein für letztere fehlen zehntausende Lehrer und Integrationshelfer. Die Notlage entstand unter anderem auch dadurch, dass viele Lehrer in Pension gehen und der Beruf unattraktiv wurde. Laut Lehrerverband VBE wünschen sich 31 Prozent der Lehrkräfte mehr Personal und 26 Prozent einen höheren Stundenausgleich für Leitungsaufgaben. Zudem gibt es nach wie vor Ausstattungsprobleme. Der Digitalpakt ist laut Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger noch nicht umgesetzt. Immer noch stehen den Lehrkräften die digitalen Hilfsmittel nicht überall zur Verfügung. Neue Laptops nützen ohne WLAN und IT-Betreuer nicht viel.

Dass angesichts massiver realer Probleme von Frau Finnern der Unterrichtsausfall in der politischen Bildung beklagt wird, nicht jedoch bei den wichtigen MINT-Fächern, sollte bedenklich stimmen. Demokratie muss handlungsleitend sein. Es ist schädlich für die Demokratie, antidemokratische Ausgrenzung bis in die Parlamente hinein vorzuleben. Die Vorbildwirkung ist wirksamer als jede politisch bildende Indoktrination. Die Abbruchquote von 50 Prozent in einigen Lehramtsstudiengängen verschärft den Lehrermangel weiter. Wenn die Regierung bei der nächsten Virenwelle wieder pandemiebedingte Schulausfälle erzeugt, wird sich die Frage stellen, ob und wie das staatliche Bildungssystem überhaupt überlebensfähig sein kann. Schon jetzt sind die Rückstände für die Corona-Generation gravierend. Daher fordern wir die Bundesregierung auf, ein klares Konzept vorzulegen, wie sie den Problemen begegnen möchte. Die AfD-Fraktion wird im Deutschen Bundestag einen Antrag zur Bekämpfung des Lehrermangels vorlegen.“

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