Pressemitteilung

Protschka: Tierschutzgerechte Alternative für die Ferkelkastration dringend benötigt

Berlin, 1. Juli 2020. In der 58. Sitzung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft hat die Bundesregierung zu den Umsetzungsfortschritten bei der Einführung alternativer Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration berichtet. Der agrarpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Stephan Protschka, äußert sich dazu wie folgt:

„Seit Jahrhunderten werden weltweit die männlichen Ferkel kastriert, weil das Fleisch von unkastrierten Tieren beim Erhitzen unangenehm riecht. An der Kastration männlicher Ferkel führt kein Weg vorbei. Wir begrüßen es aber sehr, dass die betäubungslose Ferkelkastration ab nächstem Jahr endlich nicht mehr zulässig ist. Die Bundesregierung hat das seit immerhin sieben Jahren verschleppt.

Es ist aber völlig inakzeptabel, dass sich die Bundesregierung nach wie vor weigert, die lokale Betäubung für die Ferkelkastration zuzulassen. Stattdessen fördert die Bundesregierung mit 20 Millionen Euro die Betäubung mit Gas, obwohl diese Vollnarkose mit erheblichen Risiken für die Ferkel verbunden ist. Dazu kommt, dass das Narkosegas Isofluran einen 500-fach größeren Treibhausgaseffekt als CO2 entfaltet und die Ozonschicht schädigt. Außerdem ist Isofluran gesundheitsschädlich für die Anwender. Nachweislich kann es zu Leberschäden, Alzheimer oder zum Schwangerschaftsabbruch führen. Daher lehnen wir diese Methode aus Tierschutz-, Umwelt- und arbeitsrechtlicher Perspektive ab.

Wir haben bereits im November 2018 im Deutschen Bundestag gefordert, dass die Bundesregierung die lokale Betäubung für die Ferkelkastration genehmigen soll (BT-Drucksache 19/5533). Die lokale Betäubung ist sicher und effektiv und wird seit Jahren erfolgreich in der Humanmedizin zur wirkungsvollen Schmerzausschaltung eingesetzt. Bei unseren skandinavischen Nachbarn, die für ihre hohen Tierschutzstandards bekannt sind, wird die lokale Betäubung ebenfalls bei der Ferkelkastration praktiziert. Ich fordere die Bundesregierung abermals zum Handeln auf. Wir brauchen dringend die Zulassung der lokalen Betäubung als tierschutzgerechteste Alternative für die Ferkelkastration.“

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