Pressemitteilung

Wiehle: Statt nostalgischer Eisenbahn-Fantasien, Angeschlagene Luftverkehrsbranche stärken

Berlin, 8. Dezember 2020. Der stellvertretende verkehrspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und Berichterstatter für Eisenbahnen, Wolfgang Wiehle, mahnt Strategien für die Unterstützung der Luftfahrtbranche an, anstatt Nostalgie-Bahn-Modelle aus den 1950er Jahren wiederzubeleben:

„Der Trans-Europ-Express (TEE) war ein wichtiges Bahn-Angebot, das von den späten 1950er Jahren bis in die 1980er Jahre zwischen den Staaten der damaligen EWG sowie Österreich und der Schweiz betrieben wurde. Dieses Angebot wurde jedoch durch nationale Hochgeschwindigkeitszüge, das EuroCity-Netz sowie Spezialangebote wie den Thalys abgelöst. Das an den komfortorientierten Reisenden gerichtete Angebot TEE hatte seine zahlungskräftigen Kunden an das Flugzeug verloren.

Bei Bahnreisezeiten von über vier Stunden bleibt das Flugzeug das attraktivere Transportmittel. Nur Nachtzugangebote sind auch mit längeren Fahrzeiten konkurrenzfähig. Mögliche TEE-Verbindungen zwischen Frankfurt und Barcelona oder zwischen Paris und Budapest oder Warschau mit Reisezeiten von über acht Stunden werden unter Marktbedingungen nie erfolgreich mit dem Flugzeug konkurrieren können. Den EuroCity zwischen München und Zürich in TEE umzubenennen, ist letztlich nur ‚Branding‘. Hier wird die verkürzte Reisezeit durch die durchgehende Elektrifizierung und neue Züge erzielt, was schon seit Jahren geplant ist.

Ein wichtiger Aspekt der europäischen Eisenbahnstrukturreformen war, die ehemaligen Staatsbahnen in die unternehmerische Freiheit zu entlassen und von staatlich verordneten Fahrplänen zu befreien. Dass ausgerechnet Scheuer nun politisch gewollten Zugläufen im Stil der 1950er und 1960er Jahre das Wort redet, kann allenfalls als Ablenkungsmanöver für eine misslungene deutsche EU-Ratspräsidentschaft gewertet werden. Da diese vorgeschlagenen TEE-Linien kaum ohne Verluste betrieben werden können, muss befürchtet werden, dass das neue TEE-Netz dauerhaft subventioniert werden muss und zur Finanzierung der Flugverkehr zusätzlich verteuert wird.

Eine zusätzliche Belastung des Flugkehrs in einer Zeit, in der die Luftverkehrsbranche ums Überleben kämpft und tausende Luftverkehrs-Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, kann keine verantwortungsvolle Verkehrspolitik sein.“

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